Die Wirtschaftskrise und ihre Folgen – noch immer sind sie spürbar und die langfristigen Folgen bekommen besonders viele Mittelständler fortwährend schmerzhaft zu spüren. Das Jahr 2010 brachte die meisten Unternehmer nur knapp über die Runden und das Finanzielle wurde mehr und mehr zu einem Sorgenkind der Betriebe. Denn auch wenn die Auftragsbücher sich allmählich wieder füllten und die Angestellten dank Kurzarbeit erhalten bleiben konnten, woran es am meisten fehlt, ist immer noch die Liquidität.
Wer hat schon Bares zur Hand?
… könnte man sich jetzt fragen. Gerade die Unternehmen, die nicht in der obersten Liga der Geschäftswelt mitspielen, schweben meist um die Null herum in der Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Häufig konnte sogar nur ein Kredit vor der Pleite retten und einen Abbau von Personal verhindern. An Investitionen war gar nicht zu denken und auch die Zahlungsmoral der Kunden ließ häufig zu wünschen übrig. Hieraus bildet sich gerade bei Betrieben mit geringem finanziellen Handlungsspielraum ein regelrechter Teufelskreis, denn fehlende Investitionen führen zu einem Stopp des Wachstums und fehlende Einnahmen verschlimmern diese Situation weiter. Manch Auftrag kann mangels Fähigkeit für den Auftrag in Vorleistung zu treten gar nicht erst angenommen werden, was zu einer zusätzlichen Wachstumshemmnis führt. Wer sich allerdings für Factoring entscheidet, kann diesen Teufelskreis durchbrechen und sich schnell wieder selbst aus der Krise befördern.
Zwischenstation für Rechnungen
Im Grunde ist das Prinzip recht einfach. An der Stelle, an der die Rechnung zum Kunden geht, springt der Factor ein. Er erhält eine Kopie der Rechnung über den geforderten Betrag und zahlt dem Rechnungsteller umgehend 90 Prozent der Forderungen aus. Die Begleichung der Rechnung geschieht nun vom Kunden des Unternehmens direkt an den Factor, der daraufhin den Restbetrag abzüglich Provision, an den Rechnungssteller überweist. So bleibt die Liquidität des Unternehmens erhalten. Factoring kann aber auch eingesetzt werden, um seinen Kunden einen längeren Zahlungsaufschub gewähren zu können oder mehrere investitionsstarke Aufträge auf einmal annehmen zu können. Die Eigenkapitalquote kann dadurch nachhaltig verbessert werden. Um Kunde eines Factors zu werden, also um am Factoring Verfahren teilzunehmen, muss das Unternehmen sein Limit prüfen lassen und das kann oft schon online gemacht werden. Nach Zusage kann das Verfahren seinen Lauf nehmen. Der Kunde hat daraus übrigens keine Nachteile, meist wird er das Zwischenschalten des Factors noch nicht einmal bemerken. Das Unternehmen sichert sich dadurch gegen Verdienst- und Zahlungsausfälle ab und kann so weiter direkten und stabilen Kurs auf weiteres Wachstum nehmen.

Danke für den aufschlussreichen Artikel. Nun habe ich das Prinzip von Factoring endlich einmal wirklich verstanden.